Reizdarm: Stress und Konflikte vermeiden

Reizdarm-Patienten haben oft das Problem, dass sie zwar unter immer wiederkehrenden, quälenden Schmerz leiden, dass die Ärzte jedoch keine organische Ursache finden und deshalb auch nicht gezielt behandeln können. Jeder fünfte Deutsche leidet unter dieser Funktionsstörung des Verdauungstraktes, die sich durch Bauchschmerzen, einem Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, Blähungen und Spannungsgefühl äußert. Die Beschwerden können sich sogar zu kolikartigen Krämpfen ausweiten, die an eine Blinddarmentzündung erinnern. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Schmerzen treten oft über Jahre hinweg auf, können aber auch für einige Zeit verschwinden. Was sie auslöst, ist nicht bekannt. Vermutet wird, dass die Arbeit des Botenstoffes Serotonin im Darm eingeschränkt ist und es deshalb schon bei geringen Gasansammlungen zu einer Überreaktion der Nervenzellen kommt. Doch auch andere Auslöser kommen in Frage, wie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, hormonelle Einflüsse vor allem bei Frauen, Stress und ungelöste Konflikte.

Deshalb gilt es, diese möglichen Ursachen auszuschalten. Aktive Stressbewältigung in Form von autogenem Training oder Yoga kann dabei hilfreich sein, ebenso ausreichende Bewegung, Zeit für Hobbys,  Ruhe und Entspannung.  Verzichten sollte man auf blähende Lebensmittel wie Linsen, Bohnen, Kohl, Sahne, kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol, Kaffee und starke Gewürze. Es empfiehlt sich, eine an Ballaststoffen reiche Nahrung möglichst in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, dabei langsam essen und gut kauen. Außerdem viel stilles Wasser trinken.

Bei akuten Beschwerden können Medikamente mit dem Wirkstoff Simeticon schnell helfen. Sie sind frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich. Simeticon löst die Gasbläschen im Nahrungsbrei auf und wird wieder ausgeschieden, ohne in den Blutkreislauf zu gelangen. Es ist deshalb ohne Nebenwirkungen. Auch ein neues Medikament mit der natürlichen Minze, die zum einen die Beschwerden lindert und zum anderen die empfindlichen Nerven des Bauchhirns beruhigt, steht zur Verfügung.

Reizdarm-Patienten sollten übrigens ihren Arzt um einen Laktosetest bitten. Wird eine Laktose-Intoleranz festgestellt, kann die Ernährung entsprechend umgestellt werden. Aber auch hier bietet die Apotheke Hilfe.

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