Lästiges Übel in der Schwangerschaft

Die meisten Frauen freuen sich über eine Schwangerschaft und sind bereit, dafür einiges in Kauf zu nehmen. Eines der lästigsten Übel, die eine Schwangerschaft für 80 Prozent der Frauen mit sich bringt, ist das Schwangerschaftserbrechen. Die Mehrzahl leidet in der vierten bis siebten Woche unter morgendlicher Übelkeit. Spätestens in der 20. Schwangerschaftswoche ist im Normalfall die sogenannte Emesis jedoch wieder vorbei. Bei rund jeder zweihundertsten werdenden Mutter entwickelt sich allerdings eine Hyperemesis mit ausgeprägteren Symptomen, wie einer fast permanenten Übelkeit, Verlust von mehr als fünf Prozent des Körpergewichts, Elektrolytstörungen und Dehydratation.

Was genau das Schwangerschaftserbrechen auslöst, ist nicht bekannt. Neben psychologischen Faktoren kommen verschiedene Hormone in Frage. Frauen mit übermäßigem Erbrechen sind nach neuesten Untersuchungen häufiger mit Helicobacter pylori infiziert.

Besteht eine Hyperemesis oder tritt die Übelkeit erst nach der neunten Woche auf, ist es unbedingt erforderlich, eine Präeklampsie auszuschließen; sie ist eine der gefürchtetsten Komplikationen in der Schwangerschaft, die nicht nur das Baby, sondern auch die Mutter gefährdet. Vermehrte Übelkeit und Erbrechen kann ebenfalls bei Mehrlingsgeburten, Chromosomenanomalien oder Wassersucht auftreten.

In jedem Fall muss bei starkem Erbrechen eine Therapie erfolgen. Ernährungsumstellung (mehrere kleine Mahlzeiten, Vermeidung von      Übelkeit hervorrufenden Nahrungsmitteln) und emotionale Unterstützung in der Familie helfen oft schon, die Beschwerden zu lindern. Alternative Behandlungsmethoden wie Akupressur oder vermehrter Genuss von Ingwer als Tee, Kapseln oder Ginger-Ale können ebenfalls Linderung bringen. Eventuell wird der Arzt auch Medikamente verordnen. In besonders schweren Fällen muss der Schwangeren intravenös Flüssigkeit mit Mineralien und Dextrose verabreicht werden. Letztes Mittel ist die Ernährung per Sonde, wenn die betroffenen Frauen keine Ernährung bei sich behalten können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.