Hausmittel sind bei Verbrennungen tabu

Verbrennungen gehören zu den Verletzungen, die besonders im Haushalt häufiger auftreten. Ehe man sich versieht, hat man sich am heißen Backblech, beim Ausgießen des Nudelwassers oder beim Anzünden des Grills verbrannt beziehungsweise verbrüht. Absolut tabu sind sämtliche Hausmittelchen, mit denen früher solche Brandwunden behandelt wurden, sei es Mehl, Öl oder Butter. Sie führen zu einem Wärmestau und steigern das Infektionsrisiko.

Verbrennungen ersten und zweiten Grades kühlt man sofort mit kaltem Wasser (nicht eiskalt), und dies mindestens 15 Minuten lang. Dadurch wird eine Ausbreitung der Wundzerstörung in umliegendes Gewebe vermindert. Von der Behandlung mit Eis sollte man absehen, da die Haut und das Gewebe hierdurch zusätzlich geschädigt werden können.

In der Apotheke sind Brand- und Wundgele erhältlich, die die Brandwunden nach der Wasserbehandlung kühlen und die Schmerzen lindern. Bei stärkeren Schmerzen kann man ein Schmerzmittel einnehmen. Sind Blasen entstanden, sollten sie keinesfalls geöffnet werden, da sonst die Gefahr einer Infektion besteht. Die Blase schützt die Wunde und sorgt für eine optimale Heilung.

Öffnet sich die Blase von selbst, empfiehlt es sich, eine Salbe mit Povidon aufzutragen und die Wunde mit einem Mullverband abzudecken. Bei Verbrennungen zweiten Grades kann es erforderlich sein, die Brandblasen zu öffnen. Dies sollte jedoch ein Arzt übernehmen. Eventuell wird eine Auffrischung der Tetanus-Impfung nötig.

Bei Verbrennungen dritten Grades werden auch Nerven zerstört. Deshalb schmerzt die Wunde nur am Rand. Eine sofortige ärztliche Behandlung muss erfolgen, da die Gefahr eines Schocks besteht. Kleidungsreste dürfen nicht entfernt werden, der Verletzte sollte stabil gelagert werden. Sofern vorhanden, kann man die Wunde mit einem aluminiumbeschichteten sterilen Verband abdecken.

Zum Arzt sollte man immer, wenn mehr als fünf Prozent der Körperoberfläche verbrannt sind (mehr als die Größe des Handtellers des Betroffenen), egal, welchen Grades die Verbrennungen sind. Treten Zittern, kalter Schweiß oder Blässe auf, muss ein Arzt gerufen werden, denn dies sind Anzeichen eines Schocks. Verbrennungen bei Kindern, im Gesicht oder an den Genitalien sollten immer von einem Arzt untersucht werden.

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