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Themenbereich Männer - Ärger mit der Prostata

Ärger mit der Prostata
 

Plötzlich läuft nichts mehr. Der Harnstrahl wird dünner, es tröpfelt nur noch. Das wäre ein deutliches Zeichen für eine vergrößerte Prostata oder Vorsteherdrüse. Zur Panik besteht jedoch kein Grund, denn diese Vergrößerung des kastaniengroßen Organs ist meist gutartig, trifft 50 Prozent aller Männer bis zum 60. Lebensjahr und sogar 80 Prozent der über 80-Jährigen.
"Benigne Prostata-Hyperplasie", kurz BPH, nennt der Arzt die gutartige Vergrößerung der kleinen Drüse, deren Aufgabe es ist, mit ihrem Sekret Samenfäden funktionstüchtig zu machen. Gutartig bedeutet jedoch nicht, dass eine Behandlung der Vergrößerung überflüssig wäre und "man" sich den Gang zum Arzt schenken kann. Auch hier gilt: Je rascher das Übel bekämpft wird, desto geringer ist das Risiko, dass es voranschreitet und umso größer die Sicherheit, dass ein bösartiger Tumor auszuschließen ist. Zugegeben, Prostatakrebs tritt eher selten auf, doch im Anfangsstadium können die Symptome ähnlich sein wie bei der BPH.
 

Tücken der Hormone und falsche Ernährung
BPH entsteht durch eine Veränderung des männlichen Hormonhaushalts, denn in der zweiten Lebenshälfte nimmt das männliche Sexualhormon Testosteron ab und wandelt sich in Östrogene um. Übrig bleibt das Dihydrotestosteron, das für das Prostatawachstum verantwortlich zeichnet. Warum es zu dieser Ereignisabfolge kommt, ist weitgehend unerforscht.
Es besteht jedoch der Verdacht, dass auch die Ernährung eine Rolle spielt. So scheint eine fleischreiche Kost, die frische Gemüse und Salate auf dem Teller eher verdrängt, das Prostatawachstum zu fördern. Wer sich bereits in jungen Jahren ausgewogen ernährt und Pflanzliches bevorzugt, könnte also gute Karten haben, einer übermäßigen Vergrößerung der Prostata aus dem Weg zu gehen.
Warum die Früherkennung so wichtig ist Nicht jeder Mann, der von einer benignen Prostatavergrößerung betroffen ist, entwickelt eindeutige Symptome. Das macht die Erkennung der BPH schwieriger und zögert oft die Diagnose hinaus. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, stellt die Behandlung meist kein großes Problem dar und die Lebensqualität wird kaum beeinträchtigt. Schwierig wird es erst, wenn "man" sich zu lange vor dem Arztbesuch drückt. Mit zunehmender Größe der Prostata wird nämlich die Behandlung komplizierter und die Gefahr von unerwünschten Folgen, wie Impotenz oder Inkontinenz, steigt.
Schon deshalb sollte jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr die Termine zur Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Meist ist es der Urologe, der eine gezielte Untersuchung durchführt und wenn nötig eine entsprechende Behandlung einleitet. Harmlos ist nämlich auch die gutmütigste Prostatavergrößerung nicht. Es kann zu Langzeitschäden kommen. Die vergrößerte Drüse drückt von unten gegen die Blase und lässt so Ausstülpungen der Blasenwand entstehen. Eine vollständige Entleerung der Blase ist dann nicht mehr möglich und die Restharnbildung richtet mit der Zeit Blasenschäden an. Eine übergroße Prostata drückt außerdem auf die Harnröhre und kann sie völlig abschnüren. Dann geht gar nichts mehr und der so verursachte Harnverhalt ist äußerst schmerzhaft. Nur der Blasenkatheter kann dann Abhilfe schaffen. Doch so weit soll es gar nicht erst kommen.
 

Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen!
Typische Anzeichen der BPH können Irritationen bei der Urinspeicherung sein. Das bedeutet Schmerzen beim Wasserlassen, das Gefühl der unvollständigen Entleerung der Blase, plötzlichen Urinverlust und oft verstärkten Harndrang: tagsüber öfter als alle zwei bis drei Stunden und mehr als ein Mal nachts. Trotz des drängenden Problems klappt es dann am Ort der Tat nicht so recht. Der Harnstrahl lässt über Gebühr auf sich warten, wird schwach und schwächer und immer wieder unterbrochen. Dieses Harnstottern sowie ständiges Nachträufeln machen den Toilettengang zur Geduldsprobe und können ganz schön die Freude am Leben vermiesen. Man traut sich weniger unter Leute, meidet Reisen und Veranstaltungen, bekommt nachts zu wenig Schlaf und muss ständig nach einer Toilette Ausschau halten.
Keine Lösung bietet eine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr. Im Gegenteil, sie wirkt sich auf den gesamten Organismus gefährlich aus, kann zum Elektrolytverlust, Kreislaufkollaps bis hin zum Nierenversagen führen.
 

Es ist nicht gleich eine Operation nötig
Haben Sie sich in den beschriebenen Symptomen wieder erkannt? Dann ist es höchste Eisenbahn für einen Arztbesuch. Eine gutartig vergrößerte Prostata muss nicht gleich unters Messer des Chirurgen. Es gibt heute wirksame medikamentöse Therapien, um die Drüse "zu bändigen". Auch in der Natur ist nicht nur ein Kraut gegen das Männerleiden gewachsen. Eine BPH wird meist konservativ behandelt. Das heißt, es werden Medikamente eingesetzt oder es wird unter ständiger ärztlicher Kontrolle erst einmal abgewartet.
Eine Operation ist meist erst nötig, wenn schlimme Komplikationen auftreten, wie Harnverhalt. Zur medikamentösen Therapie werden heute hauptsächlich drei verschiedene Substanzklassen eingesetzt: pflanzliche Präparate, so genannte 5-Alphareduktasehemmer und Alphablocker. Die Wahl der jeweiligen Substanzklasse hängt sowohl vom Stadium der Erkrankung wie auch vom allgemeinen Zustand des Patienten ab, denn die Medikamente unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit und ihren Nebenwirkungen.
 

Therapie aus der Pillendose
Mutter Natur stellt allein vier verschiedene Phytopharmaka zur Verfügung, die besonders im Anfangsstadium hilfreich sein können und kaum Nebenwirkungen verursachen: Beta-Sitosterin, Kürbiskerne, Roggenpollen und Sägezahnpalmextrakt. Da allerdings nur Kurzzeit-Studien zu diesen pflanzlichen Medikamenten vorliegen und eine Standardisierung der Inhaltsstoffe fehlt, müsse die Datenlage als unzureichend bezeichnet werden, schränkt der Urologe Dr. med. M. Giessing von der Berliner Charité ein. 5-Alphareduktasehemmer, denen sogar eine präventive Wirkung auf die Entwicklung der BPH nachgesagt wird, machen wegen ihrer oft nicht geringen Nebenwirkungen, z. B. Impotenz, nach den Worten von Dr. Giessing nur bei Patienten mit einer stark vergrößerten Prostata Sinn.
Bei den Alphablockern hat sich, so Dr. Giessing, die Substanz Alfuzosin einen guten Namen gemacht, denn sie verringere nachgewiesenermaßen als einziger Alphablocker die Restharnmenge in der Blase und somit das Risiko eines Harnverhalts.

 
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zuletzt aktualisiert am 02/11/2017
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