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Hohes Risiko für dicke Bäuche

Männer mit einem Bauchumfang von 110 Zentimetern und mehr haben mit einer Wahrscheinlichkeit von 47 Prozent Diabetes, mit 90 Prozent Bluthochdruck und mit mindestens 95 Prozent ungünstige Blutfettwerte. Taillen von 110 Zentimeter geben zu 95 Prozent einen Hinweis auf einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 und mehr, also einem Übergewicht, das in einem hohen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten steht. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Prof. Dr. Andreas Schuchert (Neumünster) und seinem Team, das auf der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgestellt wurde.
Die Forscher hatten die Daten von 4.918 Männern analysiert, die nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) oder einer Bypass-Operation ein kardiales Rehabilitationsprogramm absolvierten. Die analysierten Risikofaktoren waren Diabetes, Bluthochdruck, überhöhte Blutfettwerte, Rauchen und eine familiäre Vorbelastung. Die Ergebnisse zeigten, dass 24 Prozent der Patienten einen BMI von über 30 hatten. Es gab einen linearen Zusammenhang zwischen BMI und Bauchumfang mit Diabetes und Bluthochdruck, jedoch nicht mit Rauchen und einer familiären Vorbelastung.
Der BMI wird zur systematischen Einteilung des Körpergewichts verwendet. Die Formel dafür ist Kilogramm Körpergewicht dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Ein Mensch mit 100 Kilogramm Körpergewicht und einer Größe von 1,80 Meter hat demnach einen BMI von 31 (BMI = 100/1,82). Fettleibigkeit ist definiert als ein BMI von 30 und mehr und häufig mit koronarer Herzkrankheit assoziiert.
Im Vergleich zum Rechnen des BMI sei das Messen des Bauchumfangs einfacher und schneller und könne im Rahmen einer Untersuchung einfach bestimmt werden, so die Studienautoren. Das Wissenschaftlerteam ist davon ausgegangen, dass Bauchumfangmessungen das Identifizieren fettleibiger Patienten erleichtern können und direkte Hinweise auf die führenden Risiken Diabetes und Bluthochdruck geben. 

 

Blutzucker messen bei Diabetes

Die häufigsten Fehler beim Blutzuckermessen vermeiden

Diabetes lässt vielen Betroffenen keine Pause, sie müssen bis zu sechsmal am Tag den Blutzucker bestimmen. Ein falsch gemessener Wert kann gefährlich werden, wenn daraufhin eine unangemessene Dosisanpassung des Insulins erfolgt. Der Patient könnte in eine Über- oder Unterzuckerung geraten. Häufig verfälschen Verunreinigungen an den Händen das Messergebnis, weiß Dr. med. Guido Freckmann vom Institut für Diabetes-Technologie, Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbh an der Universität Ulm. Deshalb sollten Menschen mit Diabetes ihre Hände vor der Messung gründlich waschen und abtrocknen. Welche vermeidbaren Fehler bei der Blutzuckermessung auftreten können, erklärt der Diabetologe DDG Freckmann im nächsten Experten-Chat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe am 24. April 2014.
Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, müssen verlässlich ihren Blutzucker messen, um anschließend die Insulin-Dosis korrekt anpassen zu können. Moderne Messgeräte benötigen nur noch kleine Blutstropfen, die am besten aus der Fingerkuppe mit einem schnellen Stich gewonnen werden. "Ich empfehle Mittel- Ring- oder kleinen Finger für die Blutzuckermessung, weil die im Alltag weniger benutzt werden", sagt Freckmann. Der Einstich sollte seitlich an der Fingerkuppe erfolgen. "Der Blutstropfen darf nicht zu klein sein und die Messung sollte gut vorbereitet und schnell durchgeführt werden um ein genaues Messergebnis zu erhalten."
Wie Studien zeigen, passieren bei der Blutzucker-Selbstmessung häufig Fehler. An erster Stelle stehen unreine Hände. Bereits kleinste Rückstände zuckerhaltiger Verunreinigungen auf der Haut führen zu falschen Messwerten, wenn sie sich bei der Blutentnahme mit dem Testtropfen mischen. "Wir kommen ständig mit zuckerhaltigen Substanzen, etwa in Früchten, Gebäck, Brot oder Getränken in Berührung, von denen Spuren an unseren Fingern haften bleiben", so der diabetesDE-Chat-Experte Freckmann. Auch Seifen- und Wasserreste können das Ergebnis der Blutzuckermessung verfälschen, weshalb die Hände beim Waschen gut abgespült und anschließend abgetrocknet werden sollten.

Diabetesberatung ist ein Muss

"Eine gute Diabetesberatung könnte viele Fehler verhindern", sagt Elisabeth Schnellbächer, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD). Hier lernen Menschen mit Diabetes unter anderem, wie sie ihr Blutzucker-Messgerät korrekt handhaben. "Anschließend sollten sie ihrem Arzt oder Diabetesberater/-assistenten das Erlernte vorführen, um sicher zu gehen, dass sie alles richtig machen", rät Schnellbächer. Für Fachpersonal hat der VDBD einen Leitfaden zur Blutzucker-Selbstkontrolle geschrieben. Dieser wird zum Diabetes Kongress 2014 erscheinen.
Bei der Blutentnahme passieren weitere Fehler. Das fängt damit an, dass Stechhilfen nicht sachgemäß angewendet werden. "Lanzetten sind für die Einmalnutzung vorgesehen und sollten daher nach jedem Stich gewechselt werden," erklärt Freckmann. Auch beschädigte Teststreifen führen zu ungenauen Ergebnissen, etwa wenn sie falsch gelagert wurden. Denn Teststreifen sind empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie z. B. Luftfeuchtigkeit, weshalb das Aufbewahrungsgefäß sofort nach der Entnahme wieder verschlossen werden muss, betont Freckmann. Eine Liste der häufigsten Fehler beim Blutzucker messen, hat diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe zusammengestellt. 

 
Hohes Schlaganfallrisiko bei Typ-2-Diabetes

Mindestens 20 Prozent aller Schlaganfallpatienten in Deutschland sind zuckerkrank, wobei Menschen mit Typ-2-Diabetes besonders gefährdet sind, einen Hirninfarkt zu erleiden. Aber auch auffällige Blutzuckerwerte, die Vorstufe eines Diabetes, erhöhen bereits das Risiko. Dazu kommen bauchbetontes Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. "Am besten begegnen Betroffene diesem tödlichen Quartett mit Medikamenten und Lebensstiländerungen zu gleichen Teilen", erklärt Privatdozent Dr. med. Christian Berg, stellvertretender Vorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe.
Bei Menschen mit Diabetes ist das Schlaganfallrisiko 2- bis 4-fach erhöht im Vergleich zu Stoffwechselgesunden. Kommt Bluthochdruck hinzu, verzehnfacht sich das Risiko. Sind zudem die Blutzuckerwerte dauerhaft hoch, steigt das Risiko weiter. Menschen mit Typ-2-Diabetes sind besonders schlaganfall-gefährdet. "Studien haben gezeigt, dass schon Menschen mit einer Vorstufe des Diabetes Typ 2 ein kardiovaskuläres Risiko tragen", so Dr. Berg, Chefarzt in der Abteilung für Innere Medizin am Evangelischen Krankenhaus Mettmann. Ab einem Blutzucker-Nüchternwert von 110 mg/dl sollten Ärzte diesen Patienten dazu raten, ihren Lebensstil zu ändern, so der diabetesDE-Chat-Experte. Aber auch bei Diabetes Typ 1 entwickeln sich mit der Zeit vergleichbare Gefäßschäden.
Die meisten Schlaganfälle bei Diabetes gehen auf das Konto einer Durchblutungsstörung des Gehirns, etwa wenn die Halsschlagader verengt ist. Dann fallen schlagartig bestimmte Funktionen des Hirns aus. "Ernst nehmen sollten Betroffene plötzlich auftretende halbseitige Lähmungen von Arm oder Bein, Taubheitsgefühle, sowie Seh- und Sprachstörungen", erklärt Dr. Berg. Verschwinden diese Symptome innerhalb von 24 Stunden von selbst, stellt das ebenfalls ein Warnzeichen dar. Experten sprechen von einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA), die durch kleine Schlaganfälle verursacht wird.
"Bei Verdacht auf einen Schlaganfall, sollten Betroffene umgehend den Notruf wählen oder sich in eine Klinik begeben", rät Berg. Denn die Prognose bezüglich neurologischer wie auch körperlicher Behinderungen sei bei Menschen mit Diabetes deutlich schlechter. So kommt es, dass Diabetes der Hauptrisikofaktor für einen tödlich verlaufenden Schlaganfall sei, vor allem bei Frauen.
Wegen der erhöhten Sterblichkeit sprechen Experten bei den Risikofaktoren Bauchfett, Bluthochdruck, Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels und des Fettstoffwechsels auch vom "tödlichen Quartett". Diese wiederum treiben die Arteriosklerose voran, bei der sich die Schlagadern verengen und verstopfen. Als besonders risikoträchtig hat sich ein HbA1c-Wert über acht Prozent in Kombination mit einem systolischen Blutdruck über 150 mmHg erwiesen - bei dieser Konstellation ist das Schlaganfallrisiko um den Faktor 13 erhöht. Auch Vorhofflimmern - eine dauerhafte Herzrhythmusstörung - sei nicht zu unterschätzen, warnt Berg. 

 
Herzmuskelschwäche: Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck erhöhen das Risiko

Die Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz, HI) hat sich zu einem ernsten Gesundheitsproblem entwickelt. "Der enorme Anstieg der HI-bedingten Krankenhausfälle und -tage, die hohe HI-vermittelte Krankheitslast und Sterblichkeit belegen die zunehmende Bedeutung der HI und die Notwendigkeit präventiver und therapeutischer Maßnahmen", so Prof. Dr. Georg Ertl (Würzburg), Sprecher des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz. "Die Fahrradkampagne 'Tour mit Herz', die Awareness für die HI schaffen möchte und auf die Bedeutung der Früherkennung und möglichst frühzeitigen und konsequenten Behandlung hinweist, verdient deshalb aus kardiologischer Sicht Unterstützung", sagt Prof. Dr. Eckart Fleck (Deutsches Herzzentrum Berlin), Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).
Aktuelle demographischer und medizinischer Entwicklungen, zum Beispiel besseres Überleben nach einem Herzinfarkt, tragen zu einer steigenden Häufigkeit der HI bei: Bis zu 3 Millionen Menschen in Deutschland haben eine HI, mehr als 50.000 pro Jahr sterben daran. Die 5-Jahres-Sterblichkeit ist höher als bei den meisten Krebsarten. Im Jahr 2011 betrug die Krankenhaussterblichkeit bei der Diagnose HI 9,4 Prozent. Mit einem Anteil von 8,92 Prozent an den Gesamtsterbefällen im Krankenhaus nahm die HI mit Abstand die führende Position ein.
HI gehört zu den Hauptgründen für Krankenhauseinweisungen in der westlichen Welt. Im Jahr 2011 stellte sie in Deutschland mit 4,16 Millionen Krankenhaustagen (3 Prozent aller Krankenhaustage) die zweithäufigste Hauptdiagnose dar. Zwischen 2000 und 2011 stieg die Gesamtzahl der HI-bedingten Hospitalisierungen um 58,7 Prozent auf über 380.000 pro Jahr. Die Fallzunahme war bei Männern mit 80,7 Prozent signifikant höher als bei Frauen (42,5 Prozent).
Die HI ist vorwiegend eine Krankheit des Alters: In der Gruppe der über 65-Jährigen stieg die Zahl der HI-bedingten Hospitalisierungsfälle pro 100.000 Einwohner von 1.550 (2000) um etwa 30 Prozent auf über 2.000 (2011). Eine erhöhte Anzahl an HI-bedingten Krankenhaustagen und Sterbefällen fand sich vorwiegend bei den über 65-Jährigen.
"HI ist eine Erschöpfung des Herzmuskels. Dadurch sinkt die Blutversorgung des gesamten Körpers, was zunächst zu Atemnot, Leistungsabfall und schlechter Lebensqualität führt und letztlich einen Zusammenbruch aller Organfunktionen zur Folge haben kann", so Prof. Ertl. "Viele von HI Betroffene wissen nichts von ihrer Krankheit, gehen nicht zum Arzt und bekommen deshalb erst sehr spät eine exakte Diagnose und kompetente Therapie."
Nur wenige Menschen wissen, dass Atemnot bei Belastung oder in Ruhe (z. B. Luftschnappen beim Sprechen) ein Warnsignal für eine HI sein kann. Weitere typische Symptome sind Abnahme der Leistungsfähigkeit, Beinschwellungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Konzentrations-störungen, Depressionen, Kältegefühl und kalt Haut. "Werden solche Symptome bei sich selbst oder nahestehenden Personen beobachtet, ist ein Besuch beim Kardiologen angeraten, damit gegebenenfalls mit einer kompetenten Leitlinien-gerechten Therapie begonnen werden kann", so Prof. Fleck. "Es muss auch Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck klar gemacht werden, dass sie ein erhöhtes HI-Risiko haben."
Mit zunehmendem Fortschreiten der HI erschweren sich die Symptome und es kann zu akuter Dekompensation kommen: Das überforderte Herz kann nicht mehr gegensteuern, lebensgefährliche akute Atemnot kann die Folge sein. Deshalb sind bei HI eine frühzeitige Diagnose und Therapie sowie eine konsequente Einhaltung der verordneten Behandlung besonders wichtig.
Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei HI sind heute weit fortgeschritten. "Die sicherste Diagnosemethode ist der Herz-Ultraschall, auch in einem Lungenröntgen können sich Hinweise zeigen", so Prof. Ertl. "Ein zuverlässiger Blutwert ist das BNP."
Eine Reihe von Medikamentengruppen haben sich bei HI als wirksam erwiesen, etwa ACE-Hemmer, Angiotensinrezeptor-Blocker, Betablocker und Aldosteron-Antagonisten. Durch eine rechtzeitige, differenzierte medikamentöse Behandlung kann die Entwicklung einer HI aufgehalten oder stark verzögert werden", so Prof. Ertl. "Eine leitliniengerechte medikamentöse Kombinationsbehandlung kann Patienten, die an Symptomen leiden, eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden und Prognose bringen."
Neben Medikamenten stehen auch implantierbarer Geräte zur Verfügung. Mit der Kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) gibt es eine Form von Herzschrittmachern, mit denen sowohl die rechte als auch die linke Herzkammer stimuliert werden können. Studien zeigen, dass der Einsatz von CRT bei Patienten mit fortgeschrittener HI und unter optimierter medikamentöser Therapie das Sterblichkeitsrisiko und die Anzahl der Krankenhausaufenthalte senkt. Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) können das Risiko eines plötzlichen Herztods bei HI-Patienten deutlich verringern und werden heute zunehmend bereits in frühen Stadien der Erkrankung eingesetzt.
Der letzte Ausweg bei schwerer HI ist die Herztransplantation. Bei sorgfältig ausgewählten Patienten kann so die Lebenszeit verlängert und die Möglichkeit körperlicher Aktivität verbessert werden.
Die Fahrradkampagne "Tour mit Herz" erinnert aber auch daran, dass die Diagnose Herzinsuffizienz davon Betroffene keineswegs von einem Ausdauertraining ausschließt. Ein an den körperlichen Zustand des Patienten angepasstes, mit dem Arzt abgesprochenes Ausdauertraining kann sich sehr positiv auswirken. Patienten mit chronischer HI, die mit Sport beginnen möchte, sollten allerdings einige Punkte beachten: Als erstes sollten sie sich einen Termin in der kardiologischen Sprechstunde geben lassen. Dort sollte überprüft werden, ob die aktuelle medikamentöse Behandlung tatsächlich optimal auf die jeweilige HI abgestimmt ist. Außerdem ist ein Belastungstest erforderlich, um die momentane Belastbarkeit zu überprüfen sowie den maximalen Puls unter körperlicher Anstrengung zu bestimmen (maximale Herzfrequenz), was später für die Wahl der Trainingsintensität wichtig ist. 

 
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zuletzt aktualisiert am 02/11/2017
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